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Von 1905 bis 1955 - Von 1956 bis 2005

Die alte Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kaub
-Auszug aus der Festschrift des 50jährigen Jubiläums-

"Wenn ein Feuer in hiesiger Stadt, welches der liebe Gott abwenden und verhueten möge, entstehen sollte, so hat auf das erste Feuergeschrei der zeitliche Rathsburgermeister mit Zuziehung des Mechanikers Pilgrim sich an den Ort zu begeben, wo der Brand ausgebrochen, um die schnellste und nöthigste Veranstaltung, besonders wo die Feuerspritze am wirksamsten angebracht werden könne, zum loeschen zu treffen."

So lautet der Artikel 1 einer Feuerordnung der Stadt Kaub, aus dem Jahre 1802.

Schon vor der eigentlichen Gründung der Freiwilligen Wehr gab es Männer, die sich bereit erklärten, den Menschen, die in Gefahr sind, zu helfen. Wenngleich in den frühen Jahren der Geschichte unseres Städtchens vorwiegend Männer und Frauen für den Hilfsdienst verpflichtet wurden, und sich bei Ausbruch eines Feuers an das "Spritzenhaus" zu begeben hatten, so geht doch die eigentliche Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kaub auf das Jahr 1905 zurück.
Am 29. Juni 1905 wurde erstmals ein Aufruf an die Bürger der Stadt erlassen, daß sich Männer im Alter von 21 bis 50 Jahren für den freiwilligen Feuerwehrdienst melden könnten. Am 25. November 1905 war es dann soweit. Die Freiwillige Feuerwehr Kaub gab sich die ersten Satzungen. Unter dem Kommando von Herrn Förster Most wurden zunächst 24 Mann zum Lösch- und Hilfsdienst eingeteilt. Ein Vierteljahr später hatte die damalige Wehr schon eine Stärke von nahezu 40 Leuten zu verzeichnen. Die Stadt beschaffte die nötigsten Löschgeräte und bald danach wurde auch mit den Übungen begonnen. Zur damaligen Zeit wurde jeder, der bei einer Übung unentschuldigt fernblieb, mit einer Strafe von 10 Mark belegt und vor versammelter Wehr ein Verweis verlesen. - Hierüber ist jedoch in den alten Akten keinerlei Notiz zu finden. - Es wird nur betont, daß alle Männer freudig an den Übungen teilnahmen. Durch Spenden der Bevölkerung, sowie durch öffentliche Veranstaltungen wurden immer neue Löschgeräte angeschafft. Damals zählte die Wehr Kaub zu den bestausgerüsteten Wehren des Kreises. - Nach dem Ausscheiden des Kommandanten Most übernahm der Gastwirt Wilhelm Kirdorf die Führung der Wehr und verhalf ihr weiterhin zu gutem Ansehen. Die Akten aus der damaligen Zeit berichten viel über die Einsätze der Feuerwehrmänner. Auch von den nachbarlichen Löschhilfen ist die Rede. Lorchhausen, Weisel, Dörscheid und andere Orte wurden oftmals durch schnelles Eingreifen der Kauber Wehr vor größeren Schäden bewahrt. Auch im Orte selbst herrschte in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts eine Feuersbrunst, die einige Häuser in der Metzgergasse bis auf die Grundmauern nieder brannte. Mit Freude berichten heute noch die "alten" Feuerwehrkameraden von der straffen Dienstführung und der guten Kameradschaft, die damals herrschte.
Nach Herrn Wilhelm Kirdorf nahm der allseits bekannte Gastwirt Herr Wilhelm Brückel die Geschicke der Wehr in die Hand. Herr Brückel ist wohl bei allen Wehren im engeren und erweiterten Heimatgebiet bestens bekannt. Viele Feuerwehren wurden durch seine Initiative und seinen Idealismus zur Feuerwehr ins Leben gerufen. Er war auch als Kauber Kommandant erstmals in den damaligen Verband als Kreisverbandsvorsitzender gewählt worden. Auch er führte die Kauber Feuerwehr vorbildlich und konnte durch Mithilfe der Bevölkerung eine mechanische Leiter als Eigentum der Feuerwehr in das Inventarverzeichnis eintragen. Oftmals wurde die Feuerwehr alarmiert und zu Einsätzen gerufen. Stets waren beherzte Männer zu Stelle, die aus Idealismus der guten Sache dienten. Unter Herrn Brückel wurde die erstem Motorspritze angeschafft. Eine Magirus 400 auf vollgummibereifter Lafette. In dieser Zeit zählte die Kauber Wehr 42 Mitglieder.
Nach Erreichen der Altersgrenze schied dann Herr Brückel von dem aktiven Wehrdienst aus. Er sollte jedoch später, in den Wirren der Nachkriegszeit, noch einmal als Kommandant fungieren, als es galt, Waldbrände zu löschen.
Nun wechselten die Wehrleiter in schneller Folge. Herr Jakob Trautwein führte die Wehr bis zu seiner Einberufung in die Wehrmacht. Ihm folgte Herr Douque, der die Wehr in den Kriegsjahren führte. Unter seiner Führung und dem "alten Stab" der Feuerwehr wurden viele Einsätze in den damals betroffenen Großstädten gefahren. Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz, Lahnstein und wieder Frankfurt, waren die ständigen Einsatzorte. In der Zeit der Bombenwürfe auf unser schönes Vaterland war die Einsatzgruppe der Feuerwehr Kaub annähernd zwei Monate lang in stetem Einsatz. Ein LF8 (Mercedes) konnte die Wehr in den Kriegsjahren als ihr eigen bezeichnen. Die Stadt Kaub hatte dieses Fahrzeug neu beschafft. Außerdem wurde eine neue Tragkraftspritze in Dienst gestellt. Unter ständigem Einsatz ihres Lebens führten diese tapferen Männer in den Kriegsjahren ihren Dienst aus. Und sie taten es gerne, den Menschen in Gefahr zu helfen. Dann, nach Kriegsende kam für die stolze Freiwillige Feuerwehr der Stadt ein schwarzer Tag. - Durch scharfe Bestimmungen durch die Besatzungsmächte, wurde die Wehr einfach aufgelöst. Allen Wehrmännern wurde die Mitteilung gemacht, daß sie nicht mehr der Feuerwehr angehören dürften; aus irgendwelchen Gründen. Diese Mitteilung schmerzte diese alten Feuerwehrkameraden sehr. Sie waren Idealisten, bereit, alles einzusetzen für den Dienst am Nächsten.

1945
Herr Josef Oppenhäuser wurde mit der Betreuung der Wehr beauftragt. Aber was nützte eine Wehr ohne Ausrüstung! Das schöne Fahrzeug wurde durch die Amerikaner beschlagnahmt. Sämtliches Gerät, außer einem Schlauchwagen und der mechanischen Leiter waren requiriert oder gestohlen worden. Eine Feuerwehr ohne Spritze und Schläuche! Beherzte Männer beschafften in den Wirren der Nachkriegszeit auf die gleiche Art, wie unsere Gerätschaften verschwanden, von den Amerikanern 2 TS8. Wahrhaftig ein bescheidener Anfang. Es gab nur noch Pflichtfeuerwehrmänner.

1947
Im Jahre 1947 wurde dann Herr Walter Bubinger mit der Leitung der Wehr beauftragt. Er hatte noch einige der Kriegseinsätze der Feuerwehr mitbekommen und war bereit, das Amt des Wehrleiters zu übernehmen. Vorwiegend junge Feuerwehrkameraden kamen nach und nach zu den Übungen. 21 Mann stark durfte damals die Wehr sein. Jede Übung mußte vorher durch den Kreiskommandanten genehmigt sein. Es gab noch keinerlei Ausrüstungsgegenstände. Alte Schläuche, die man längst ausgelagert hatte, wurden wieder hervorgeholt, auf das notdürftigste geflickt und für eventuelle Einsätze bereitgelegt. Dann jedoch wurde durch die Stadt Kaub wieder Feuerwehrgeräte angeschafft. Schläuche, Ausrüstungsgegenstände, eben alles, was zum Einsatz einer Wehr gehört. Auch der Bürgerschaft von Kaub sei an dieser Stelle gedankt. Denn auch sie hat durch Mithilfe, durch ihre Spenden und ihre Mitgliedschaft als Freunde der Feuerwehr, viel dazu beigetragen, daß sich die Freiwillige Feuerwehr Kaub heute wieder eines guten Materialbestandes erfreuen kann. Ein Fahrzeug, Schutzbekleidung und vieles andere wurden nach und nach hinzu gekauft. Eine Jugendwehr wurde innerhalb der Feuerwehr eingerichtet, die später als Nachwuchs die stete Einsatzbereitschaft der Wehr sichern sollte.
Viele Einsätze hat die "junge Kauber Feuerwehr" zu verzeichnen. Alle Mitglieder sind mit Eifer und wachsendem Interesse für die gute Sache eingetreten. Bei Verkehrsunfällen, wo es darauf ankam, durch Schnelligkeit dem Tode zuvorzukommen, stand die Wehr schon oftmals ihren Mann. Die Bevölkerung Kaubs kann sich auf ihre Wehr verlassen.
Auch im Hinblick auf die Geselligkeit, die nun einmal zu einer guten Kameradschaft gehört, haben einige Kameraden der Wehr ihren Mitmenschen schon viel Freude bereitet.
Die Stadtverwaltung, die voll und ganz hinter der Feuerwehr steht, und mit ihr die Herren des Stadtrates, können mit Stolz auf unsere Wehr blicken; und sie tun es. Denn immer, wenn notwendiges Material beschafft werden soll, wurden wir durch sie unterstützt. Deshalb danken wir mit Freunden diesen Herrn für das Wohlwollen, das sie der Feuerwehr entgegenbrachten, zum Nutzen und der Förderung des gesamten Brandschutzes.
Wir wollen, wie immer, in steter Hilfsbereitschaft zur Stelle sein, wenn es gilt, unseren Mitmenschen zu dienen, und in Not und Gefahr zu helfen, getreu unserm Wahlspruch: "Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr".

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